FLETCHER-Klasse (119)
Lebenslauf des "Zerstörer 5" unter deutscher Flagge
"17.2.1960, 0900 Uhr. Schiff durch Kommandant von der Werft übernommen.
Bundesdienstflagge gesetzt." So lautet die erste Eintragung in das erste Schiffstagebuch (Logbuch) des "Zerstörer 5".
Einige Monate der Überholung durch die Marinewerft in Charleston waren vorausgegangen; eine Zeit, in der die neue Besatzung Gelegenheit hatte, sich und das Schiff und South Carolina kennenzulernen. Am 23.2.1960 erfolgte dann die ofizielle Indienststellung durch Admiral Wagner. Die sich anschließende Ausbildung in See - noch unter fachlicher Aufsicht der Amerikaner - wurde von Norfolk, Key West, Port au Prince und San Juan ausgeführt, als Abschluß erfolgte eine Gefechtsausbildung in Guantanamo (Kuba).
Schließlich war es soweit; der entgültige Abschied der ex.USS "DYSOB" von den USA war gekommen; im Juni 1960 machte sie als "Zerstörer 5" ihre erste Atlantiküberfahrt in ihre neue Heimat. Über Ponta Delgada (Azoren) ging es direkt nach Bremerhaven, wo das Schiff in der Lloyd-Werft mit deutschem Gerät nachgerüstet wurde. Im Oktober verlegte "Zerstörer 5" in seinen neuen Heimathafen Flensburg und startete hier zum ersten male zu Ausbildungszwecken in die Ostsee, wo dieser "neue" Schiffstyp mit Interesse wahrgenommen wurde.
Zusammen mit ihren Schwestern "Z 4" und "Z 6" schlossen sich im neuen Jahr erste Geschwaderübungen in der Ostsee an; ein gemeinsamer Schießabschnitt, dem unzählige folgen sollten, führte die Schiffe in die Nordsee, wo gemeinsam ein Havarist gesucht wird, den "Zerstörer 5" findet, der jedoch inzwischen keiner Hilfe mehr bedarf. Eine erste Aufklärungsfahrt in die östliche Ostsee endet mit einem Besuch Kopenhagens. Für "Zerstörer 5" ist "High Jink" das erste NATO-Manöver, in dessen Verlauf die Ostsee und norwegische Gewässer befahren werden. Unzählige Manöver mit verbündeten Marinen werden ihm folgen und die ersten aufgesuchten Häfen werden zu vertrauten Kulissen werden. Das erste nationale Manöver "Wallenstein IV" führt die drei Flensburger Fletcher zusammen in die Nordsee.
Im Frühjahr 1966 überquert "Zerstörer 5" ein letztes mal den Nordatlantik, um gemeinsam mit "Z 4" die Gefechtsausbildung in Norfolk zu absolvieren. Ein Aufenthalt in Kingston/Jamaica entschädigt die Besatzung für das strapaziöse Quartal.
Im August 1966 beginnt die erste Depotinstantsetzung in der Kieler Howaldtswerft; innerhalb von 14 Monaten wird das außer Dienst gestellte Schiff generalüberholt. Seit Indienststellung sind 145 000 Seemeilen gefahren.
Nach erfolgter Seeklarbesichtigung ist "Zerstörer 5" Anfang 1969 wieder einsatzbereit und unternimmt mit "Z 1" und "Z 4" eine Ausbildungsreise nach Alicante und Lissabon. Es folgen Übungen in norwegischen Gewässern und in der Ostsee. Im Herbst dann eine Geschwaderreise rund England mit Amsterdam als Endziel. Zwischendurch immer wieder Artillerieschießen, Rollendienst, Gefechtsausbildung, Torpedoschießen ... Im gleichen Jahr wird "Zerstörer 5" mit seinen beiden Flensburger Schwestern nach Kiel verlegt und mit den 3 Kieler Zerstörern zum 3. Zerstörergeschwader zusammengefaßt.
1970 führt eine Sturmreise die Fletcher durch die Biscaya nach Las Palmas; nach Aufklärungsaufträgen in der Ostsee und - wie immer zwischendurch - Fahrten für Lehrgänge von Marineschulen; dann im gleichen Jahr wieder Außerdienststellung und Depotinstandsetzungsperiode.
Darauf beginnt wieder das mühselige Laufenlernen eines Kriegsschiffes nach einem langen Werftaufenthalt mit neuer Besatzung, das dieses Mal sein Ende in einer Ausbildungsreise mit "Z 3" und "Z 4" nach Cadiz findet. Eintragung im Logbuch 1972: "Beim Ankern in der Aalbaek-Bucht ging der Steuerbord-Anker verloren."
1973 suchen Schiff und Besatzung zum ersten Male die Schiffsicherungslehrgruppe in Neustadt auf, um hier Vorausbildung für die Gefechtsausbildung in Portland/England zu betreiben, die im Februar beim COST (Commander Operational Sea Training) stattfindet. Nach erfolgreichem Abschluß dieser höchsten Ausbildungsstufe ist eine Mittelmeerreise nach Toulon und Ceuta (Nordafrika) ein willkommener Ausgleich. Danach bestimmen wieder Pflichtaufgaben wie Aufklärung, Schießen und diverse Schiffsvermessungen den Alltag. Eine Ausbildungsreise in norwegische Gewässer folgt 1974, Lissabon, Cadiz und Kopenhagen werden 1975 angelaufen. Die nordischen Häfen Deammen und Göteborg stehen im folgenden Jahr im Programm ebenso wie Kopenhagen, Brest und Vigo.
Alle - nach Außerdienststellung von "Z 1" und "Z 6" verbliebenen - vier Fletcher machen 1977 eine gemeinsame Reise mit Aufenthalt in Aalborg; im gleichen Jahr nimmt "Zerstörer 5" als erste deutsche Einheit an den "Catham Navy Days" in Großbritannien teil.
Das Jahr 1978 ist gekennzeichnet durch eine erneute Gefechtsausbildung in Portland und eine außergewöhnliche Reise mit Schiffen anderer Geschwader durch das Mittelmeer. Historische Stätten in Griechenland und in der Türkei können durch Besatzungsangehörige besichtigt werden. Ein Aufstieg auf den Ätna/Sizilien bleibt für viele ein unvergeßliches Erlebnis.
1979 platzt die Teilnahme an einer SEF (Ständige Einsatzgruppe der Flotte) wegen schwierigen Eisverhältnissen im Frühjahr, das NATO-Manöver "Bright Horizon" beendet eine weitere Fahrensperiode. Bei HDW in Kiel findet bis zur Jahreswende 1980 die voraussichtlich letzte erweiterte Zwischeninstandsetzung des "Zerstörer 5" statt.
Material wieder in Schwung gebracht, warten jetzt auf Schiff und Besatzung neue Aufgaben, die zu bewältigen sind, um der eigentlichen Aufgabe, der Sicherung des Friedens, gerecht zu werden - zu der auch der "Zerstörer 5" in den zurückliegenden zwanzig Jahren geholfen hat beizutragen.
(Aus "Ein Schiff wird erwachsen" - Jubiläumsschrift anläßlich des 20. Jahrestag der Indienststellung unter deutscher Flagge am 23. Februar 1960 - 1980)
ÜAG 122/78 - "Zerstörer 5" auf Sturmfahrt durch die Biskaya
"Zerstörer 5" durchpflügt den Atlantik auf dem Weg ins Mittelmeer.


Zerstörer „Z 5“ der Bundesmarine geht an Griechenland
Abschied von einem Veteran

Kiel. Wenn am kommenden Freitag (26.2.82) unter den Klängen der Nationalhymnen der deutsche Zerstörer „Z 5" auf Kreta an die griechische Marine übergeben wird, geht für die Bundeswehr ein Stück Nachkriegsgeschichte zu Ende: der 1942 von der US-Navy unter dem Namen „Uss Dyson" in Dienst gestellte Veteran war das letzte militärische "Gerät" der Bundeswehr, das jemals "Feindberührung" hatte. Japanische Granaten waren es, die den im Pazifik eingesetzten Zerstörer durchlöcherten ?Schäden, von denen nach ungezählten Werftaufenthalten heute keine Spur mehr zu sehen ist.
Gemeinsam mit fünf Schwesterschiffen bildete „Z5" nach Gründung der Bundeswehr jahrelang das Rückgrat der Flotte. Tausende von Seeleuten ließen sich auf den von den USA geliehenen „alten Pötten" die Seebeine wachsen, Hunderte von Offizieren lernten die Feinheiten der Seekriegsführung. „Z 5" ist der vierte dieser Leihzerstörer, der an die Griechen weiterverliehen wird. „Z 6" wurde schon vor zehn Jahren verschrottet und „Z 1" fand den "Heldentod": Als Zielschiff wurde es vor zwei Jahren von einem deutschen U?Boot im Mittelmeer versenkt.
Von der legendären Fletcher-Klasse bauten die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg insgesamt 170 Schiffe, von denen 40 noch heute in Griechenland, der Türkei, in Mittel? und Südamerika Dienst tun. Ausrüstung und Bewaffnung wurden zwar modernisiert, aber Rumpf, Antrieb, Ruderanlage und Leitungssysteme zeichnen sich noch heute durch ungewöhnliche Qualität aus.
Bewaffnet war „Z 5" zuletzt mit vier Geschützen vom Kaliber 127 mm und zur Luftabwehr mit drei doppelläufigen 76?mm?Kanonen. Zusätzlich gab es zwei Torpedorohre für zielsuchende U?Boot?Torpedos sowie eine Einrichtung zum Minenlegen.
Für die rund 250 Mann Besatzung waren die nur 13 Meter breiten Zerstörer qualvoll enge Sardinenbüchsen. In manchen Decks schliefen in mehrstöckigen Kojen rund 60 Mann in zum Schneiden dicker Luft, bei dem Geheul von Lüftern und dem Dröhnen der Antriebsmaschine. Hinzu kam auf See das ständige Rollen und Stampfen des Schiffes sowie der Wachdienst, der den Seeleuten kaum einmal vier Stunden zusammenhängenden Schlafes gönnte. Wenn dann noch der „Smutje" das Essen versalzen hatte, oder wenn es den zehnten Tag hintereinander dieselbe Marmelade zum Frühstück gab, flogen oft die Brocken.
Die Seeleute der Z-Zerstörer waren nicht nur bei ihren Marine-Kameraden berüchtigt: So mancher Kneipenwirt in Wilhelmshaven oder Kiel weiß ein Lied davon zu singen, dass Tische und Stühle nach einem Besuch von Z?Matrosen nur noch als Brennholz zu verwenden waren.
Im Laufe seiner jetzt 40-jährigen Dienstzeit hat „Z 5" zahlreiche Ecken der Weltmeere durchpflügt. Nach seiner übernahme durch die Bundesmarine folgten - noch unter fachlicher Aufsicht der Amerikaner - Ausbildungsfahrten in der Karibik und als Abschluss ein Gefechtsschießen auf dem auf Kuba gelegenen US-Stützpunkt Guantanamo. Es folgten Manöver in der Nord? und Ostsee, Fahrten nach Jamaica, Spanien, Portugal, zu den Kanarischen Inseln, nach Nordafrika, Südfrankreich, Griechenland und in die Türkei.
Ein neuer Abschnitt im Leben des Veteranen beginnt am Freitag, wenn der Kommandant, Fregattenkapitän Dietrich von der Planitz, im griechischen Marinehafen Ormos Souda auf Kreta die schwarzrotgoldene Flagge niederholt und sein Nachfolger die griechische Flagge setzen lässt.
Quelle: Osteroder Tageszeitung vom 23.02.1982
The little Beavers - Desron 23
Fletcher-Class - Destroyer Squadron 23 / "Little Beavers"
USS Aulick (DD 569), USS Charles L. Ausburne (DD 570), USS Claxton (DD 571), USS Dyson (DD 572),
USS Converse (DD 509), Foote (DD 511), USS Spence (DD 512), Thatcher (DD 514)
Charles Ausburne |
D 170 Zerstörer 1 / ex USS Anthony
Der erste Zerstörer der FLETCHER-Klasse (119) wurde im Januar 1958 von den Vereinigten Staaten übernommen. Die insgesamt sechs Einheiten waren die ersten Schiffe der Bundesmarine mit einer Operationszentrale.
Der Zerstörer 1 der Bundesmarine (Quelle: © Bundeswehr / Archiv)
Technische Daten
- Maße (Länge /Breite /Tiefgang): 114,74 m / 12,0 m / 4,41 m
- Einsatzverdrängung: 2750 t
- Geschwindigkeit: 35 kn
Bewaffnung
- 4 x 127 mm-Geschütze in Einzeltürmen
- 6 x FLAK 76,2 mm in Doppellafetten
- 5 x TR-533 mm in Fünfergruppe
- 2 x UTR-533 mm
- 2 x Uboot-Jagd-Raketen-Werfer "Hedgehog"
- 1 x Wasserbombenablaufbühne
- Minenschienen
Besatzung
- 250 Personen
| D 170 | Zerstörer 1 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
|---|---|---|---|
| D 171 | Zerstörer 2 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
| D 172 | Zerstörer 3 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
| D 178 | Zerstörer 4 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
| D 179 | Zerstörer 5 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
| D 180 | Zerstörer 6 | 1. und 3. Zerstörergeschwader | Kiel |
Charles Ausburne |
Mit der Außerdiensfslellung am 17. 3.1 972 ausgesondert. Der Zerstörer wurde nicht an die USA zurückgegeben, sondem angekauft und als Ersatzteillrager lür Zerstörer 2 bis 5 an das Marinearsenal in Kiel gelegt. Am 15. 4. 1972 wurde er aus der Liste der US-Navy gestrichen. 1978/79 als Zielschiff für FK-Beschuß vor Kreta eingesetzt Dort am 16. 5. 1979 um 10:15 Uhr durch Torpedoschuß versenkt.
Anmerkung: Bei der lndienststellung war am Bug die Bezeichnung Z 1, am Heck seitlich zu beiden Seiten Zerstörer 1 angebracht. Diese Bezeichnungen am Bug und Heck wurden nach Eintreffen in Deutschland durch die NATO-Kennung D 170 abgelöst. Das Schiff erhielt lediglich zwei Namensschildchen aus Messing Zerstorer 1, die seitlich am B-Deck gefahren wurden
Um den Auftrag der Marine erfüllen zu können- es konnte die für die Planung, den Bau und die Erprobung größerer Schiffe erforderliche Zeit nicht in Kauf genommen werden –, kaufte oder lieh die Bundesrepublik Deutschland ältere Schiffe aus Beständen ihrer NATO-Partner. Von den USA lieh man sich zunächst einen Zerstörer der Fletcher-KIasse. Im April 1957 begann man dort mit der Instandsetzung und Herrichtung des Zerstörers `Anthony’ für die Bundesmarine. Diese Arbeiten waren im Januar 1958 beendet, so daß am 17.1.1958 in Charleston die deutsche Flagge gesetzt und das Schiff als Zerstörer 1 in Dienst gestellt werden konnte. Er war das erste Schiff der Bundesmarine mit einer Operationszentrale. Zunächst wurden von Norfolk aus Erprobungen durchgeführt (das Schiff erreichte noch eine Höchstgeschwindigkeit von 35 kn), bis am 31.3. der Zerstörer von Portsmouth/Virginia aus die Fahrt nach Deutschland antrat. Nach Anlaufen von Ponta Delgada erreichte er am 14. 4. Bremerhaven, wo Staatssekretär Dr. Rust. Marineinspekteur VAdm. Ruge und der Befehlshaber der Flotte, FIAdm. Johannesson, das Schiff begrüßten. Es Iief von dort am 26.4. weiter nach Kiel, wo es am 27.4. eintraf.
Nach einem Werftaufenthalt, bei dem der Zerstörer die NATO-Kennunq D 170 erhielt, übte er Ende Juli mit deutschen und dänischen Schnellbooten und nahm vom 11 bis 30. 8 erstmalig an einem Manöver (Wallenstein I ) in der Ost- und Nordsee teil. In dänischen Gewässern wurde er hierbei am 22. 8. durch das schwedische Küstenmotorschiff Hermia gerammt, erlitt jedoch nur leichte Schäden. Am 1. 9.1958 wurde das 1. Zerstörer-Geschwader aufgestellt, dem man Zerstörer 1, der bisher dem Kommando der Zerstörer unmittelbar unterstand. zuordnert. Bevor Zerstörer 1 von Oktober 1958 bis März 1959 zur Werftliegezeit in die Howaldtswerke in Kiel ging, nahm er vom 1. bis 10. 10 erstmals an einem NATO-Manöver ( Tiger bleu«) in der Nordsee teil.
Aus dem Jahre 1959 ist die Teilnahme an dem Manöver "Wallenstein II" (9. bis 21. 6. und 28. 6. bis 8.7.), im August/September zusammen mit U-Hai und U-Hecht an deutsch-niederländischen Übungen zu erwähnen. Vom 2. bis 13.5. 1960 nahm das 1. Z-Geschw. mit Zerstörer 1, 2, und 3 an den NATO-Mavövern »Wolf gris« in der Nordsee teiI, führte im August Geschwaderübungen in norwegischen Gewässern durch und besuchte hierbei 13./15. 8. den Sognefjord. Auch an dem Manöver »Wallenstein III« (30. 6. bis 7. 9.), das der Befehlshaber der Flolte, KAdm, Johannesson von der Fregatte Scheer aus leitete, war Zerstörer 1 beteiligt. Am 18. 9. besuchte Bundespräsident Lübke den Zerstörer und machte auf ihm eine Fahrt in die westliche Ostsee zur Beobachtung von Schnellbootmanövern. Als Auslandshäfen lief Zerstörer 1 (dies gemeinsam rnit Zerstörer 2) vom 20. bis 23. 11. Chatham/GB an, und, nach einer Werftliegezeit bei Blohm & Voss vom 28. 11. 1960 bis Februar 1961, im April Kristiansand. Nach der Kieler Woche lief das 1. Z- Geschw. am 25. 6. zu Übungen in britische Gewässer und zu Landzielschießübungen nach Cape Wrath aus. Hiervon waren die Zerstörer Ende Juii zurück. Sie nahmen am 1. 8. an der Verabschiedung VAdm. Ruges in Kiel teil. Am 7. 8. begannen die Manover "Wallenstein IV" unter KAdm. Johannesson auf Gneisenau, die in der Nordsee, im Skagerrak und in der mittleren Ostsee durchgeführt wurden. Während dieser Manöver worden die Schiffe aus Anlaß des Mauerbaus in Beriin am 13. 8. in Alarmbereitschaft versetzt. Die Manöver wurden am 24. 8. mit einer Flottenparade vor dem scheidenden Fiottenbefehlshaber, der sich hierzu auf Zerstörer 6 eingeschifft hatte, beendet.
Von Januar bis März 1962 hatte Zerslörer 1 Wertliegezeit in Hamburg, führte im Geschwaderverband vom 25. 4. bis 3. 5. Übungen in norwegischen, vom 6. bis 18. 5. in dänischen Gewässern durch. Er nahm wieder an der Kieler Woche teil (17. bis 24. 6.), in diesem Jahr als Flaggschiff des Befehishabers der Fiotte, KAdm. Smidt. Im Oktober beteiIigte sich Zerstörer 1 an Verbandsübungen mit französischen Einheiten, besuchte dabei Brest und war am 1. 11. in Kiel zurück. Am 11. 12. nahm er an der Abschiedsparade des aus dem aktiven Dienst ausscheidenden COMNAVBALTAP, VAdm. Gerhard Wagner und des COMGERNORSEA, FIAdm. Frhr. v. Wangenheim, in der Kieler Förde teil und machte nach einer letzten Übungsfahrt des Jahres am 19. 12. in Kiel fest, um vom 7. 1. bis 23. 4, 1963 seine Werftliegezeit mit Brückenumbau bei den Howaldtswerken durchzuführen. – Am 19. 5. trat das 1 Z- Geschw. mit Zerstörer 1, 2 und 3 von Wilhelmshaven aus den Marsch nach den USA an. Nach Anlaufen von Ponta Delgada (24./25. 5 ) erreichte das unter dem Kommando von KzS v.Mutius stehende Geschwader Norfolk und führte dort das "Refresher-Training" im Westatlantik und in der Karibik durch, Am 21. 7. trat der Verband van Newport die Heimreise an, die
über Thomshavn/Faröer (31. 7.) nach Kiel führte, wo am 2. 6. festgemacht wurde. Am 21.7.verließen alle drei Zerstörer wieder Kiel zur Geschwaderausbildung im Ostatlantik (Anlaufen von Brest) und in der lrischen See, wo ein Orkan zu überstehen war. Ende November war das Geschwader in Kiel zurück, wo Zerstörer 1 im März/April 1964 in die Werft ging. Nach einer Nordlandreise im Mai/Juni folgte vom 31. 8. bis Mitte September die Teilnahme an den Manövern des Kornmandos der S-Flottille in der Nordsee, im Skagerrak und irn Nordmeer. Vom 17. 11. bis 19. 12. führte das 1. Z-Geschw. unter KzS Schreiber eine Fahrt in den Mittelatlantik und die Biscaya durch, übte rnit französischen Seestreitkräften und besuchte hierbei 20.-23. 11. Brest, 4. bis 9. 12. Las Palmas und 10. bis 16. 12. Gibraltar.
Das Jahr 1965 begann vom 5. 1. bis 2 .2 mit einer Werftliegezeit in Flensburg, der ausgedehnte Einzel- und Geschwaderübungen folgten. Im Mai liefen die drei Zerstörer des 1. Z- Geschwaders zum "Refresher-Training" in die USA aus, führten auf der Fahrt darthin Übungsschießen und Ujagdübungen durch, übernahmen Öl aus dem Betriebsstofftransporter Frankenland und führten, nachdem Zerstörer 1 vom 28. 5. bis 12. 6. in Philadelphia gedockt hatte, das Trainingsvorhaben. an dem der US-Flugzeugträger Wasp beteiligt war, durch. Diese Übungen wurden am 12. 7. unterbrochen zur Suche nach Überlebenden eines notgewasserten US-Flugzeuges. trotz starker Behinderung durch Nebel gelang es Zerstörer 1 3 Überlebende und 6 Tote zu bergen. Am 24 7. trat das Geschwader von Boston aus die Heimreise an, begleitet und versorgt durch Frankenland und Angeln. Am 5. 8. lief das Geschwader in Kiel ein. – Zur deutsch-französischen Z-Übung "Gemex« im Ostatlantik und Mittelmeer verließen Zerstörer 1, 2 und 3 unter FK Stricker arn 5. 11. Wilhelmshaven. Besucht wurde hierbei Brest. Am 24. 11. war der Verband in Kiel zurück.
Zerstörer 1 lief am 10. 1. 1966 zu einer Atlantikfahrt aus, auf der Lissabon (14./17. 1.) und Santa Cruz de Teneriffa (21./27. 1.) angelaufen wurden. Anfang Februar war das Schiff in Kiel zurück. – Eine weitere größere Ausbildungsreise trat Zerstörer 1 als Führerschiff des Geschw.-Kommandeurs, KzS Haag, im Geschwaderverband und begleitet von den Versorgem Dithmarschen, Münsterland und Eifel am 5. 6. von Kiel aus an. Auf dieser Fahrt wurden Cadiz (10. bis 13. 6.) und Las Palmas/ Gran Canaria (17./22. 6.) besucht. Die Zerstörer und Münsterland kehrten nach Durchführung verschiedener Übungen am 7. 7. nach Kiel, die zwei anderen Versorger nach Wil- helmshaven zurück.
Am 7. 9. 1966, während des NATO-Manövers "Botany Bay 66", an dern Zerstörer 1 teiInahm, schlug die dänische Fähre Skagerrak auf der Fahrt von Kristiansand nach Hirtshals leck und sank. Zerstörer 1 nahm, wie weitere in der Nähe stehende Einheiten, sofort Kurs auf die Unglücksstelle, um Hilfe zu leisten. Die Übungen waren am 16. 9. beendet. Damit ging die erste Indiensthalteperiode des Zerstörers zu Ende. Er machte am 11.1.1967 arn Marinearsenal in Wilhelmshaven fest und begann mit den Vorbereitungen zur am 31. 3. erfolgenden Außerdienststellung. Am 3.4. 1967 wurde er von Wilhelmshaven nach Bremerhaven geschleppt, wo bei der NDL-Werft die lnstandsetzung und Modernisierung vorgenommen wurde, Am 16. 11. verholte er nach Wilhelmshaven an das MarinearsenaI zum Waffen- und Geräteeinbau ("Arsenalnachlauf") . Am 19. 8. 1968 stand das Schiff wieder zum Dienst bereit.
Wahrend der Zeit der AußerdienststeIlung war das Kommando der Zerstörer-Flottille umgebildet worden. Zerstörer 1 gehörte jetzt zum 3. Z- Geschw., Heimathafen weiterhin Kiel. Nach Einzelausbildung und Instandsetzungsarbeiten übte er mit "Hessen" im Januar 1969 in norwegischen Gewässern, führte im Februar Geschwaderausbildung in der westlichen Ostsee durch und lief mit Zerstörer 4 und 5 sowie den Versorgern Meersburg und Münsterland am 1. 3. von Kiel zu NATO-Manövern in der Biscaya und im westlichen Mittelmeer aus, lag 11. bis 15. 3. in AIicante, 17./18. 3. in L.issabon. Im letzten Teil der Manöver hatte der Erste Offizier, KK v. Blanc (Louis-Ferdinand). für den erkrankten Kommandanten den Zerstörer geführt. Nach Rückkehr des Schiffes in Kiel (26. 3.) übemahm FK Gaude wieder das Kommando. Im April/Mai Übungen und NATO-Manöver in norwegischen Gewässem, wobei 2./ 3. 5. Drontheim besucht wurde. – Vom 4. bis 22. 8. unternahm das 3. Z-Geschw. unter KzS Grote mit Zerstörer 1, 4 und 5 eine Geschwaderausbildungsfahrt rund um England, lag wegen Nebels mehrere Tage bei den Orkneys vor Anker, ging durch den St. Georgs- und den Bristol-Kanal, lief 18./21. 8. Amsterdam an und war am 22. 8. in Kiel zurück. Es folgten – jetzt zusätzlich mit Zerstörer 2 – ab 26. 8. bis weit in den September hinein Geschwaderübungen in der Ostsee, im Großen Belt, Kattegat, Skagerrak und in der Nordsee, wobei irn Skagerrak Treibstoff aus Frankenland und Emsland übernomrnen wurde.
Vom 5. 1. bis 6. 3. 1970 Zwischeninstandsetzung bei der HDW in Kiel. Die Restarbeiten waren arn 11. 5. beendet, Vom 7. bis 24. 7. Übungen im Geschwaderverband im Ostatlantik und in der Biscaya. Versorgung durch Münsterland. Angelaufen wurde in dieser Zeit Las Palmas/Gran Canaria Am 22. 8. leisteten Zerstörer 1und 4 in der Deutschen Bucht dem in Flammen stehenden deutschen Fischereimotorschiff Vest Recklinghausen Hilfe. Zerstörer 1, der sich dabei Schäden an der Außenhaut zuzog, konnte 5 iVlann aus dem brennenden Schiff retten und nach Wilhelmshaven bringen, wo auch die eigenen Brandschäden beseitigt wurden, Nur noch am letzten Abschnitt des deutschen Zerstörer-Manövers "Desex 70 "– es war am 31. 8. beendet – konnte er teilnehmen Es folgten im September die NATO- Manöver "Northern Wedding" in der Nordsee, im Nordatlantik und an der norwegischen Küste. Vom 2. bis 4. 11. besuchte das Schiff Frederikshavn, leistete arn 18 11. dem havarierten niederländischen Küstenmotorschiff "Rita" Hilfe und lag anschIießend vom 19. 11. 1970 bis Ende Februar 1971 zur Instandsetzung der achteren 127 mm-Türme im Marinearsenal in Wilhelmshaven.
Am 23. 3. 1971 begannen unter Leitung des BSN, FIAdm. Klose. die deutschen Manover »German Operation 71« in der Nordsee und im Skagerrak, die am 27. 3. beendet waren, -- Bei Übungen in der Ostsee wurde arn 19. 4. ein Schwelbrand an Bord entdeckt, der aber gelöscht werden konnte. Mit Zerstörer 2 und 4 lief Zerstörer 1 am 6. 7. von Kiel zu einer Geschwaderausbildungsreise in den Atlantik aus, besuchte 20./23. 7. La Coruna und führte mit den Versorgern Westerwald, Münsterland und Langeoog gemeinsame Versorgungsübungen durch. Am 25. 7. machte er in Kiel wieder an der Scheermole fest. Seine letzte Fahrt unter Bundesdienstflagge untemahm er vor, Kiel aus zu gemeinsamen Ubungen in der westlicheri Ostsee mit Mölders, Zerstöret 3 und 4 und den Ujagdtbootten Thetis, Najade, Tritan und Theseus vom 19. 8. bis 20. 8. Mit inzwischen reduzierter Besatzung (Führer des Restkommandos KL Döring) begann Zerstörer 1 am 4. 10. 1971 am Marinearsenal in Kiel mit der Vorbereitungen zur Außerdienststellung, die am 17. 3. 1972 erfolgte. Der Rumpf wurde in der folgenden Jahren zur Ersatzteilgewinnung für Zerstörer 2 und 5 ausgeschlachtet.
Am 9. 6. 1978 verließ Zerstörer 1 im Schlepp der Marineschlepper Helgoland und Norderney Kiel zur Fahrt um Skagen, durch die Nordsee, die Biscaya und den Ostatlantik nach Ceuta. wo der Schleppzug am 19. 6. eintraf. Von dort ging er am 21. weiter nach Kreta, wo Zerstörer 1 an 26. 6. in der Sudabucht verankert wurde. Er diente dort als Zielschilf fur Harpaon-FK-Beschuß und wurde von dem deutschen Uboot U 29 durch Torpedaschuß am 16. 5. 1979 versenkt
"Zerstörer 5" im Eis
Zerstörer 5 im Winter 1978/79 in der Ostsee im Treibeis




